Von nichts kommt nichts

Die Ungarndeutschen sind bekanntermaßen sehr fleißig und sparsam – diese Formel, ja diese Grundhaltung und das damit einhergehende Wertesystem der Ungarndeutschen werden bei der Station „Von nichts kommt nichts“ sehr wohl belegt.

Die Tafel behandelt die Sozial- und Berufsstruktur. Der dreigeteilte Text und die dazu passenden Bilder erzählen darüber, wie die Ungarndeutschen ihren Lebensunterhalt vor 1945, zwischen 1945 und etwa 1990, beziehungsweise ab der 1990er Jahre typischerweise verdienten.

Fleiß, Sparsamkeit, Marktorientierung und die nicht strikte Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern – diese Merkmale entfalten sich auch aus alten, mündlich überlieferten, oder eben auf Textilien festgehaltenen Sprüchen, die im diesbezüglichen Beitrag im Begleitheft zu lesen sind.

An diesem Haltepunkt findet man zwei wunderbare Installationen. Einerseits ein Schrift-, zugleich auch Zeitdokument: das Wanderbuch eines Hafnergesellen, eines gewissen Johann Steglicz aus Baje, der sich 1840 auf langjährige Wanderschaft begab, um seine Kenntnisse zu vervollkommnen. Auszüge aus der Originalhandschrift ungeschrieben auch in heute gebräuchliche Buschstaben liefern Einblicke in seine ausgedehnte Reiseroute.

Andererseits steht an dieser Station eine bemalte Truhe – wir nennen sie Handwerkertruhe, die Altes mit Modernem verbindet: sie beinhaltet nämlich originale Utensilien von sechs traditionellen ungarndeutschen Berufen, ist aber zugleich auch eine sogenannte „Smarttruhe“ mit Solarzellen.